Pelz und Leder

„Pelzfarmen: Grausamkeit in Gefangenschaft

Tiere auf Pelzfarmen leiden furchtbar unter ihrer Gefangenschaft in engen Käfigen. Ob Fallenstellen oder Pelzfarmen – mit beiden sind ähnliche und doch auch grundverschiedene Grausamkeiten verbunden. Nur eines ist völlig identisch: beide haben nichts Leidloses. Tiere auf Farmen, meist Nerze oder Füchse – also Wildtiere – verbringen ihr gesamtes Leben unter entsetzlichen Bedingungen, nur um schließlich auf äußerst schmerzvolle Art und Weise getötet zu werden.

Schmutz und Wahnsinn

Bis zu 85% aller verkauften Pelzprodukte (einschließlich Mäntel, Jacken, Kragenbesätze und sonstige Accessoires) stammen von Tieren in Gefangenschaft, die auf Pelzfarmen gezüchtet, geboren und großgezogen wurden. Diese Unternehmen reichen vom Familienbetrieb mit 50 Tieren bis hin zu Großbetrieben mit Zehntausenden von Tieren. Aber ungeachtet ihrer Größe oder ihres Standortes ist die Art, wie Nerze (oder andere sogenannte Pelztiere) gezüchtet werden, auf der ganzen Welt durch die standardisierten Käfige einheitlich. Genau wie bei anderen Betrieben mit Massentierhaltung orientieren sich die Methoden, die auf Pelzfarmen Anwendung finden, am maximalen Profit, was immer zu Lasten des Wohlergehens der Tiere geht und immer auf Kosten ihres Lebens.
In den Vereinigten Staaten gibt es etwa 670 Pelzfarmen, in Skandinavien ca. 4.500 und in Deutschland noch knapp 30 Farmen. Der weitaus größte Teil aller auf Farmen gehaltenen Tiere sind Nerze. Hinzu kommen zusätzlich Füchse, Kaninchen, Chinchillas, Marderhunde oder Iltisse. Gerade in Deutschland existieren noch mehrere hundert sog. Kellerzuchten von Chinchillas, die sich fast ausschließlich in Laienhand befinden und nicht zu der oben genannten Farmanzahl gezählt werden. Da Chinchillas Vegetarier sind und ebenfalls in standardisierten Käfigen gehalten werden, entspann sich mit diesen Hasenmäusen ein schwunghafter betrügerischer Handel, der, zwischenzeitlich zum Erliegen gekommen, viele tausend tote Tiere, aber auch einige tote Menschen (Suizid) verursachte. Alle diese Tiere leben nur einen Bruchteil der Zeit, die ihre natürliche Lebenszeit ausmachen würde. Nerze werden etwa im Alter von fünf Monaten getötet, Füchse etwa im Alter von neun Monaten. Weibliche Zuchttiere leben länger. Das kurze Leben der Tiere besteht aus Angst, Stress, Krankheit, Parasiten und anderen physischen und psychischen Qualen, alles zugunsten einer Industrie, die riesige Profite aus ihrem 1 Milliarde-Euro-Jahresumsatz zieht.

Leben auf der „Farm“

Füchse werden in Käfigen gehalten, die ca. 1m³ groß sind und ein bis vier Jungtiere pro Käfig fassen. Nerze und andere Tierarten werden gewöhnlich in Käfigen gehalten, die nur 90 x 30 x 40 cm groß sind, wobei sich wiederum bis zu vier Jungtiere in einem Käfig befinden. Diese extreme Beengtheit bedeutet ganz besonders für Nerze, die in der Natur Einzelgänger sind, größten Stress. Eine nicht unerhebliche Zahl der Nerze auf Pelzfarmen legt daher selbstverstümmelnde Verhaltensweisen an den Tag, wie Beißen ins eigene Fell und den eigenen Schwanz, sowie stereotypes Verhalten, wie immer wieder in der gleichen Weise hin- und herzulaufen (sog. Ethopathien). Füchse, die so dichtgedrängt gehalten werden, werden manchmal sogar zu Kannibalen. Und auch Verletzungen an den teils rostigen Drähten sind nicht selten (sog. Technopathien).
Nerze und Füchse werden mit Fleisch- und Fischnebenprodukten gefüttert, die oftmals so minderwertig sind, dass sie sogar für die Tierfutterindustrie nicht mehr verwendet werden. Die bakterielle Verseuchungsgefahr ist evident, gerade entwöhnte Jungtiere und Welpen sind besonders anfällig dafür.
Das Wasser auf den Pelzfarmen erhalten die Tiere über ein Nippelsystem oder Trinkschalen, die im Winter oft einfrieren.

Krankheitserreger und Parasiten

Genau wie andere dichtgedrängt in Käfigen lebende Tiere sind auch diejenigen auf Pelzfarmen anfälliger für Krankheiten als dies bei ihren freilebenden Artgenossen der Fall ist. Ansteckende Krankheiten wie die Aleutenkrankheit der Nerze, virale oder bakterielle Erkrankungen oder Lungenentzündung gehen von Käfig zu Käfig und töten manchmal die gesamte Population (z.B. Botulismus).
Die Tiere sind oft von Flöhen, Zecken, Läusen und Milben befallen, wobei Fliegen, die Krankheiten übertragen, ein besonders schwerwiegendes Problem darstellen, da sie von den großen Mengen an Exkrementen, die sich unter den Käfigen monatelang ansammeln, besonders angezogen werden.

Unnatürliche Lebensräume

Die Käfige auf den Pelzfarmen befinden sich normalerweise in offenen Schuppen, die wenig Schutz vor Wind, Kälte und Hitze bieten. Die Pelze der Tiere helfen ihnen zwar, sie im Winter warm zu halten, jedoch ist http://www.peta.de/img/admin/fett.gifder Sommer für die Nerze besonders schwer zu ertragen, da sie nicht über die Fähigkeit verfügen, ihre Körper abzukühlen, es sei denn, sie können im Wasser baden. Diese Möglichkeit haben sie auf einer Pelzfarm nicht.
Freilebende Nerze verbringen dann 60 bis 70 Prozent ihrer Zeit im Wasser, und ohne diese Abkühlung steigen ihr Speichelfluss, ihre Atemfrequenz und ihre Körpertemperatur erheblich. Sie leiden dann unter Übelkeit, Schwindel und Erbrechen. Bis zu 10% der Tiere können jedes Jahr an den Folgen dieser Überhitzung sterben.

Die Tötungsmethoden sind grausam. Da den Farmern nur daran gelegen ist, den Pelz in seiner Qualität zu erhalten, verwenden sie Tötungsmethoden, die zwar die Haut schonen, jedoch ganz erhebliches Leiden der Tiere zur Folge haben, die – im wahrsten Sinne des Wortes – noch immer sehr an ihrem Pelz hängen. Nerze werden zu mehreren in eine Tötungskiste gepfercht, in der sie durch teils heiße, vielfach ungefilterte Auspuffabgase vergast werden, die auch schon mal über einen Schlauch vom Fahrzeug des Farmers, oder vom Futtertraktor eingeleitet werden. Füchse bekommen oft eine Zange um den Mund gelegt und gleichzeitig einen Stab in den Anus geschoben. Dann jagt man ihnen 240 Volt durch den Körper, um sie zu töten. Andere Tiere werden per Giftspritze getötet. Dies alles machen die Farmbetreiber selbst, ohne jegliche Hinzuziehung tierärztlicher und damit fachlicher Begleitung. Hinzu kommt, dass die Sachkunde bei einigen deutschen Pelzfarmern nicht gegeben ist.

Achtung: Immer wieder gelangen Felle von Hunden und Katzen auch in die EU, trotz Importverbot!

In Kürze gibt es dazu mehr Informationen!

Was können Sie tun?

Jeder Pelzmantel, jedes Pelzaccessoire oder jeder noch so kleine Pelzbesatz repräsentiert das unglaubliche Leiden von bis zu mehreren Dutzend Tieren, ob in Fallen gefangen oder auf Pelzfarmen großgezogen. Diese Grausamkeiten werden erst dann enden, wenn die Öffentlichkeit sich weigert, Pelzprodukte zu kaufen und zu tragen, und wenn sie die Werbesprüche der Fallensteller, Züchter und Pelzhersteller durchschaut, die lediglich am Profit interessiert sind und dadurch nicht zu rechtfertigendes Leiden und Sterben verursachen. Kaufen und tragen Sie bitte keinen Pelz und auch keine Jacken, Schuhe oder ähnliches mit Pelzbesatz. Wenn Sie einen Pelz besitzen, schicken Sie ihn bitte an PETA, wir werden ihn für Öffentlichkeitsarbeiten verwenden oder an Obdachlose weitergeben. Informieren Sie sich unter www.pelzinfo.de weiter über Pelz und klären Sie auch die Menschen in Ihrer Umgebung über Pelz auf.

Quellenangaben

(1)Merrit Clifton, North American Fur Production and Trade in the 1980s, 1988.
(2)“The Welfare of the Ranched Mink,“ report by the Centre for Poultry Research and Extension, The Netherlands, June 1986.
(3)The Humane Society of the United States.
(4)Merrit Clifton, „Fur Farms: Where The Sun Doesn’t Shine,“ The Animals‘ Agenda, Nov. 1991.
(5) Dr. Edmund Haferbeck: Pelztierzucht – das sinnlose Sterben, Göttingen 1990
(6) Almuth Hirt/Dr. Christoph Maisack/Dr. Johanna Moritz: Tierschutzgesetz, München 2007

Leder

Millionen von Kühen, Schweinen, Schafen und Ziegen werden Jahr für Jahr ihrer Häute wegen geschlachtet. Sie werden ohne jegliche Schmerzmittel kastriert, gebrandmarkt, ihnen werden die Hörner entfernt und die Schwänze gekürzt. Dann werden sie zum Schlachthof gekarrt, müssen ausbluten und werden gehäutet. Leder ist nicht nur ein Nebenprodukt der Schlachthäuser – es ist eine boomende Industrie. Die Fleischindustrie verlässt sich auf die Hautverkäufe, um im Geschäft bleiben zu können, da Leder das wirtschaftlich wichtigste „Nebenprodukt“ der Fleischverarbeitenden Industrie ist.
Tierhaut wird mit Hilfe von gefährlichen Mineralsalzen, Formaldehyd, Kohle-Teer-Derivaten, Ölen und Farben auf Zyanidbasis, Chrom und anderen Giftstoffen in fertiges Leder verwandelt. Eine Studie des National Environmental Management Action Plan (NEMAP) hat herausgefunden, dass die Lederindustrie schädlicher für die Umwelt ist, als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrien.
Menschen, die in Gerbereien gearbeitet haben oder in ihrer Nähe wohnen, starben bereits an Krebs, verursacht durch die giftigen Chemikalien, die eingesetzt werden, um Leder zu verarbeiten und zu färben.
Wenn Sie Lederprodukte kaufen, könnte das Leder genauso gut von asiatischen Hunden und Katzen stammen; die Auszeichnung von Produkten gibt nur selten an, wo das Produkt herkommt. Man kann sich also nie sicher sein, in wessen Haut man steckt.
 

Große Missstände bei Ledererzeugung

Schlecht sieht es hingegen in den vorgelagerten Produktionsstufen aus, für die die wenigsten Markenhersteller die Verantwortung übernehmen wollen. Das Gerben von Leder zählt zu den schmutzigsten Industriezweigen der Welt. Zu 80 bis 85 Prozent wird noch immer mit Chrom gegerbt, obwohl es weniger umweltschädliche Methoden gäbe. Am schlimmsten stellt sich die Situation in Indien, Bangladesch und Nepal dar. 40 Prozent der Gerbereiarbeiter haben Hautkrankheiten, Asthma oder andere durch Chemikalien bedingte Leiden. In der Umgebung von indischen Gerbereien wurden sowohl im Grundwasser als auch im Boden starke Konzentrationen von Chrom (auch des hochgiftigen Chrom(VI) – es verursacht Krebs und schädigt das Erbgut) nachgewiesen. Vereinzelt werden von den Unternehmen konkrete Schritte zur Verbesserung in der Ledererzeugung gesetzt. Hier stehen allerdings vorwiegend Maßnahmen zur Rettung der Regenwälder im Vordergrund. Bezüglich Tierschutz kann kein Unternehmen auf besonderes Engagement verweisen.

Nicht von Werbesprüchen blenden lassen

 „Lassen Sie sich nicht von einfachen Werbesprüchen wie, ,wir verwenden nur Leder als Nebenprodukt der Fleischindustrie‘ blenden. Mit Ausnahme von Krokodilleder trifft das auf jedes Leder zu“, erläutert KONSUMENT-Ethikexperte Peter Blazek. „Woher das Leder kommt, kann man keinem Schuh ansehen. „