Haustierabschuss stoppen – Haustiere schützen!
Haustierabschuss stoppen!
Der rechtliche Schutz von Haustieren endet in Österreich oft dort, wo Jagdgebiete beginnen. Was das in der Praxis bedeuten kann, haben die letzten Monate auf tragische Weise gezeigt.
Innerhalb kürzester Zeit wurden mehrere Hunde von Jägern getötet – bei Tageslicht, in unmittelbarer Nähe zu ihren Haltern und trotz neonfarbener Warnwesten oder deutlich sichtbarem Brustgeschirr. In den beiden neuesten Fällen lautete die Begründung der Jäger, man habe die Hunde mit Füchsen verwechselt.
Wer diese Tötungen als tragische Einzelfälle abstempelt, übersieht das eigentliche Problem: Haustiere genießen im geltenden Jagdrecht kaum echten Schutz.
Besonders deutlich wird das auch am Fall der Katze Peach, die in einer Lebendfalle gefangen und anschließend durch einen Kopfschuss getötet wurde. Trotz Anzeige kam es in diesem Fall zu einem Freispruch.
Rechtlich höchst problematisch:
Ein aktuelles rechtswissenschaftliches Gutachten von Univ.-Prof.in Dr.in Erika Wagner und Lydia Burgstaller (2025) kommt zu dem Ergebnis, dass der Abschuss von Haustieren verfassungsrechtlich problematisch, unverhältnismäßig und ethisch nicht vertretbar sei.
Das Gutachten hält unter anderem fest, dass die bestehenden Jagdgesetze Tötungen ohne ausreichend klare Voraussetzungen erlauben, in der Steiermark reichen zum Beispiel oft schon unklare Kriterien wie “wild jagend.”
Weiters wird festgehalten, dass die Ungleichbehandlung von Jagdhunden und sogenannten Familienhunden sachlich nicht gerechtfertigt ist.
In mehreren Bundesländern fehlt sogar jede Verpflichtung zur Entschädigung der betroffenen Tierhalter im Falle einer Tötung.
Sicherheitsrisiko Jagd:
Wenn Hunde mit Warnwesten oder neonfarbenem Geschirr mit Wildtieren verwechselt werden können, liegt nicht nur ein Tierschutzproblem vor, sondern auch ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko. Jäger sind mit Schusswaffen im öffentlichen Raum unterwegs – oft ohne verpflichtende psychologische Eignungstests und ohne ein bundesweit einheitliches Alkoholverbot.
Besonders problematisch ist, dass Jäger trotz der Waffengesetz-Novelle vom Jahr 2025 weiterhin von verpflichtenden psychologischen Gutachten ausgenommen sind, während diese für andere Waffenbesitzer sehr wohl gelten.
Unsere Forderungen:
Für viele Menschen sind Hunde und Katzen heutzutage Familienmitglieder. Dass sie rechtlich noch immer getötet werden dürfen, zeigt, wie dringend eine Reform notwendig ist.
Wir fordern daher:
- ein österreichweites, ausdrückliches Verbot des Abschusses von Haustieren klare und einheitliche gesetzliche Regelungen statt föderaler Graubereiche verpflichtende psychologische Eignungstests für alle Waffenbesitzer
- ein verbindliches Alkoholverbot bei der Jagd
- den sofortigen Entzug von Jagd- und Waffenkarte bei Verstößen
Bitte helfen Sie uns dabei, dieses Leid so rasch wie möglich zu beenden und unsere Wälder auch für Hunde und ihre Halter wieder sicher zu machen!
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.
Unterzeichnet: 7
Der folgende Text der Petition „Haustierabschuss stoppen – Haustiere schützen“ ergeht an die Politiker:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wenden uns mit einem dringenden Anliegen an Sie.
In den vergangenen Monaten wurden in Österreich mehrere Haustiere von Jägern erschossen. Die Tiere befanden sich in unmittelbarer Nähe ihrer Halter, trugen Warnwesten oder deutlich sichtbares Geschirr und wurden dennoch getötet. In den bekannt gewordenen Fällen lautete die Begründung, man habe die Hunde mit Füchsen verwechselt.
Diese Vorfälle haben bei vielen Tierhaltern große Verunsicherung ausgelöst. Sie zeigen, dass Haustiere im geltenden Jagdrecht nur unzureichend geschützt sind.
Ein rechtswissenschaftliches Gutachten von Univ.-Prof.in Dr.in Erika Wagner und Lydia Burgstaller (2025) kommt zu dem Ergebnis, dass die bestehenden landesgesetzlichen Regelungen zum Abschuss von Haustieren verfassungsrechtlich problematisch, unverhältnismäßig und mit dem Staatsziel Tierschutz kaum vereinbar sind. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass:
- das Eigentumsrecht der Tierhalter nicht ausreichend berücksichtigt wird,
- die rechtliche Ungleichbehandlung von Jagdhunden und Familienhunden sachlich nicht gerechtfertigt ist.
Darüber hinaus bestehen erhebliche Sicherheitsbedenken.
Jäger führen Schusswaffen im öffentlichen Raum, sind jedoch weiterhin von verpflichtenden psychologischen Eignungstests ausgenommen. Ein bundesweit einheitliches Alkoholverbot bei der Jagd besteht ebenfalls nicht.
Aus diesen Gründen ersuchen wir Sie, sich für folgende Maßnahmen einzusetzen:
- ein österreichweites Verbot des Abschusses von Haustieren
- eine Reform der Jagdgesetze unter Berücksichtigung des Staatsziels Tierschutz
- verpflichtende psychologische Eignungstests für alle Waffenbesitzer
- ein verbindliches Alkoholverbot bei der Jagd
- den sofortigen Entzug von Jagd- und Waffenkarte bei Verstößen
Haustiere sind für viele Menschen Teil der Familie. Es ist an der Zeit, dass sie auch rechtlich entsprechend geschützt werden.
Mit freundlichen Grüßen,